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MUSIK AUS DEM FRANZÖSISCHEN SALON




Im deutschsprachigen Raum vielleicht etwas vernachlässigt, finden sich in der französischen Musik für Cello und Klavier des ausgehenden 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert einige absolut hörenswerte und hochkarätige Perlen der Kammermusik.


Bemerkenswert ist, dass viele der in diesem Programm versammelten Werke in zeitlicher Nähe zu kriegerischen Auseinandersetzungen entstanden sind. Wie unterschiedlich die verschiedenen Komponisten auf diese Situation künstlerisch reagiert haben, ist erstaunlich und gibt dem Programm eine weitere Ebene.


Camille Saint-Saëns beendete seine erste Cellosonate op. 32 im Dezember 1872 im unmittelbaren Anschluss an sein erstes Cellokonzert. Nicht nur durch die Tonart c-moll, sondern vor allem durch seine packende Dramatik erinnert das Werk stark an Beethoven.


Ravel beschrieb seine Pavane pour une infante défunte als „eine Erinnerung an eine Pavane, die eine kleine Prinzessin in alter Zeit am spanischen Hof getanzt haben könnte“; sie sei „keine Trauerklage für ein totes Kind, sondern eine Vorstellung von einer Pavane, wie sie vielleicht von so einer kleinen Prinzessin in einem Gemälde von Velázquez getanzt wurde“.


1915, drei Jahre vor seinem Tod, begann Claude Debussy einen Zyklus von Six sonates pour divers instruments, die er in bewusster Anlehnung an die französische Sonatenkunst des Barock konzipierte. Von den geplanten sechs Sonaten konnte er nur noch drei vollenden, darunter die Sonate für Cello und Klavier.

Sie weist nicht die traditionelle Viersätzigkeit und die akademischen Sonatenform der deutschen Kammermusik auf. Die drei Sätze sind in freien Formen gehalten, ihre poetischen Titel verweisen auf Außermusikalisches: auf Lyrik und Drama, Antike und Natur. Ihr Stil ist von Eleganz und poetischem Zauber geprägt – Eigenarten, die Debussy als typisch französisch empfand. (kammermusikführer.de)


1877 veröffentlichte Saint-Saëns seine Romanze für Cello und Klavier op. 51 in D-Dur. Ganz im stilistischen Sinne einer kurzen Romanze werden die gesanglichen Qualitäten des Cello hervorgehoben.


Der Pariser Komponist Francis Poulenc war schon 41 Jahre alt, als er im Schicksalsjahr 1940 zum Militär eingezogen wurde. Nach der Demobilisierung blieb er im Südwesten Frankreichs und skizzierte dort Sommer 1940 seine einzige Cellosonate. 1948 stellte er sie auf Bitten von Pierre Fournier dann fertig.

Die Form entspricht vage der viersätzigen Anlage einer „Grande Sonate“ der Romantik: Zwei schnelle Ecksätze umrahmen ein romantisches Adagio (Cavatine in Fis-Dur!) und ein Scherzo (Ballabile). Freilich bedient sich Poulenc einer ironischen Brechung der romantischen Tradition des Instruments.


Bei der Romanze op. 36 für Horn von Camille Saint-Saëns handelt sich um ein kurzes „Liede ohne Worte“. Neben der Orchesterfassung fertigte Saint-Saëns auch eine Klavierbegleitung für den kammermusikalischen Vortrag an. Bereits die Erstausgaben sahen auch eine Alternativbesetzung für Violoncello vor.


Gaspar Cassado's Requiebros ist in diesem Programm die Hommage an die "Sehnsuchtsheimat" so vieler der französischen Komponisten und Künstler. Cassado war einer der größten spanischen Cellisten seiner Zeit, Schüler von Pablo Casals und auch produktiver Komponist. Requiebros ("Schmeicheleien") ist ein charmant ausgelassenes Zugabenstück, das feurigen spanischen Flair verbreitet.



PROGRAMM

C. Saint-Saens: Sonate für Cello und Klavier, op. 32

M. Ravel: Pavane pour une infante défunte

C.Debussy: Sonate für Cello und Klavier, d-moll


Pause


C. Saint-Saens: Romanze D-Dur op. 51

F. Poulenc: Sonate für Cello und Klavier 1948

C. Saint-Saens: Romanze F-Dur op. 36

G. Cassado: Requiebros



MITWIRKENDE

Peter Hudler, Violoncello

Paul Gulda, Klavier









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